Glossar

Habit Reversal Training
Gewohnheits-Umkehr-Training; das Habit Reversal Training (HRT) von Azrin & Nunn ist ein verhaltenstherapeutisches Verfahren zur Behandlung einer Vielzahl nervöser Verhaltensgewohnheiten. Das Habit Reversal Training beinhaltet das Erlernen adäquater Selbstwahrnehmung und Unterbrechung von Verhaltensketten durch konkurrierende Verhaltensweisen, Aufbau von Veränderungsmotivation sowie Maßnahmen zur Generalisierung der Fortschritte auf den Alltag.
Hämodynamik
Bewegung des Blutes in den Blutgefäßen
Hämoglobin
roter Blutfarbstoff, befindet sich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), dient dem Sauerstofftransport
Haplotyp
Genetik, Gruppe von >Allelen, die gemeinsam vererbt werden
Harnsäure
v.a. im Urin ausgeschiedenes Abbauprodukt; kann Harnsteine verursachen, erhöhte Harnsäurespiegel im Blut können zur Gicht führen. engl. uric acid
Harnverhaltung
auch Harnsperre; Unvermögen, die Blase spontan zu entleeren, engl. urinary retention
heart block
engl. >Herzblock
Heilversuch
Anwendung neuartiger Therapien an einem Patienten, bei dem alle gängigen Therapien versagt haben. Die neue Therapiemethode, deren Nebenwirkungen nicht genau bekannt sind, stellt die letzte Heilungschance dar. Im Mittelpunkt steht die Heilung das Patienten, nicht der wissenschaftliche Erkenntnisgewinn über die neue Methode.
hemiballistische Bewegungen
periodische, grobe, ausholende Bewegungen der Gliedmaßen
Hemisphäre
Neuroanatomie, Gehirnhälfte, i.d.R. auf das >Großhirn bezogen
Herpes Simplex
Unterfamilie von >Herpesviren; Typ 1 verursacht die auch umgangssprachlich als "Herpes" bezeichneten Lippenbläschen. Typ 2 ist u.a. der Erreger des Genitalherpes.
Herpes-Viren
Familie von Viren; acht verschiedene, den Menschen befallende Herpes-Viren sind bekannt. Diese Viren bleiben nach der ersten Infektion lebenslang im Körper, verursachen aber normalerweise keine Beschwerden. Bei eingeschränkter Funktionsfähigkeit des Immunsystems können die Herpesviren wieder aktiv werden und Symptome verursachen.
Herzblock
auch kardialer Block, Verlangsamung oder Unterbrechung der elektrischen Erregungsausbreitung im Herzen (Voraussetzung für die Funktion des Herzens als Pumpe), engl. cardiac block, heart block
Heterogenität (Genetik)
bezeichnet das Phänomen, dass gleiche oder ähnliche erbliche Merkmale durch Mutationen unterschiedlicher Gene entstehen können
heterozygot
Genetik, ein heterozygotes Individuum hat auf väterlichem und mütterlichem >Chromosom verschiedene >Allele, engl. heterozygous
Hippocampus
von außen nicht sichtbarer Teil des >Cortex, gehört zu den evolutionär alten Teilen des Cortex, spielt eine entscheidende Rolle bei Lernvorgängen
Hirnanhangsdrüse
s. Hypophyse
Hirnstamm
der nach Abtragung des Großhirns und des Kleinhirns verbleibende Teil des Gehirns
Histamin
ein vom Organismus aus der Aminosäure Histidin gebildeter Stoff, spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen, zahlreiche Wirkungen als >Hormon, kommt auch als >Neurotransmitter vor
histaminerg
auf >Histamin reagierend, Histamin ausschüttend, engl. histaminergic
hochpotente Neuroleptika
s. Neuroleptika
homolateral
gleichseitig, auf der gleichen Seite
homozygot
Genetik, ein homozygotes Individuum hat auf väterlichem und mütterlichem >Chromosom identische >Allele, engl. homozygous
Hormon
biologisch wirksamer Stoff, der vom Körper selbst produziert wird, dann in den Blutkreislauf abgegeben wird und so seine Zielorgane erreicht; dort sind schon sehr geringe Mengen in der Lage, das Zielorgan in seiner Funktion zu beeinflussen.
HRT
Habit Reversal Training
humorale Immunantwort
Reaktion des Immunsystems, die auf in Körperflüssigkeiten gelösten Stoffen beruht z.B. Antikörper
Huntington's disease
s. Chorea Huntington
Hyperekplexie
s. Stiff-Baby-Syndrom
Hyperemese
starkes Schwangerschaftserbrechen
Hyperglykämie
krankhafte Erhöhung des Blutzuckers, kommt z.B. bei Diabetes melltitus oder bei Behandlung mit >Cortison vor
Hyperkinese
übermäßige Bewegungsaktivität, engl. hyperkinesia, hyperkinesis
Hypermetabolismus
gesteigerte Aktivität des Stoffwechels, s.a. Metabolismus
Hyperprolactinämie
bei beiden Geschlechtern vorkommende krankhafte Erhöhung des Prolactinspiegels (s.a. Prolactin) im Blut, mögliche Nebenwirkung von >Dopaminantagonisten, führt bei der Frau zum Milchfluss und zum Ausbleiben der Regelblutung, beim Mann zur Unterfunktion der Hoden, engl. hyperprolactinemia
Hypersensitivität
verstärkte Reaktionsbereitschaft auf exo- oder endogene Reize, engl. hypersensitivity
Hypersomnie
Neurologie, sehr starkes Schlafbedürfnis
Hyperthyreose
Überangebot von Schilddrüsenhormonen im Körper; häufigste Ursache ist eine Überfunktion der Schilddrüse; Symptome: Gewichtsabnahme bei gesteigertem Appetit, Nervosität, Durchfälle, vermehrtes Schwitzen, schneller Puls (evtl. unregelmäßig); engl. hyperthyroidism
hypnotherapeutische Intervention
psychotherapeutische Anwendung der Hypnose
Hypokinesie
Neurologie, Bewegungsarmut, Verminderung der spontanen Bewegungen, z.B. bei >Parkinsonismus
hypokinetisch-hypertonisches Syndrom
s. Parkinsonismus
Hypophonie
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, auch Phonasthenie, Stimmschwäche
Hypophyse
dt. Hirnanhangsdrüse, auch Glandula pituitaria, an der Hirnbasis gelegene Hormone ausschüttende Drüse; die Freisetzung der Hormone wird. z. T. durch Releasing-Hormone des >Hypothalamus reguliert. Die Hormone des Hypophysenvorderlappens (HVL, Adenohypophyse) regulieren als übergeordnete Steuerhormone die endokrinen Organe (Hormondrüsen): >ACTH (>Nebenniere), >TSH (Schilddrüse), >FSH und LH (Eierstock/Hoden). Außerdem werden Wachstumshormon (Abk. GH oder STH) und >Prolactin im HVL freigesetzt. Im Hypopysenhinterlappen werden die Hypothalamushormone Oxytocin und ADH (Antidiuretisches Hormon) freigesetzt., engl. hypophysis, pituitary gland
Hypoplasie
anlagebedingte oder angeborene Unterentwicklung eines Organs, engl. hypoplasia
Hypothalamus
unterhalb des >Thalamus gelegener Teil des >Zwischenhirns, stellt die zentrale Steuerung für vegetative Funktionen dar (z.B. Regulation von Kreislauf, Körpertemperatur, Hunger- / Durstgefühl)
Hypothermie
Unterkühlung, Senkung der Körpertemperatur unter den normalen Sollwert von ca. 37°C, kann Bestandteil einer Behandlung sein, v.a. bei Operationen, engl. hypothermia
Hypoxie
unzureichende Sauerstoff-Versorgung der Körpergewebe durch zu wenig Sauerstoff im Blut (d.h. zu geringer Sauerstoff-Partialdruck im Blut), engl. hypoxia