Erwachsene

Tipps für Erwachsene mit Tic-Störungen bzw. Tourette Syndrom


Berufswahl

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Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich in der Übergansphase von Schule zu Beruf in einer komplexen Entscheidungssituation. Parallel zur Identitätsfindung des jungen Erwachsenen müssen sie sich richtungsweisend beruflich festlegen, ohne oft reflektiert zu haben, wer sie sind und wo ihre Ressourcen und Interessen liegen. Besonders schwierig wird die Entscheidungssituation dann, wenn der Arbeits- und Fortbildungsmarkt nur eine beschränkte Auswahl zulässt.

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die zusätzlich am Tourette-Syndrom erkrankt sind, kann die Entscheidungssituation schwierig sein. Sie wissen nicht, welche realistischen Chancen sie auf dem Arbeitsmarkt vorfinden. Sie sind verunsichert und haben oft Ziele, die noch nicht der Realität angepasst sind. Dies kann einerseits dazu führen, dass Frustration noch vor dem wirklichen Versuch liegt, so dass Ziele erst gar nicht ernsthaft verfolgt werden; andererseits kann es dazu führen, dass Ziele nicht an die reale Situation angepasst sind und die Versuche, diese umzusetzen, zur völligen Ich-Aufgabe und gesellschaftlichen Verweigerung führen.

Im Vordergrund der Überlegungen zur Berufswahl sollten bei Menschen mit Tourette-Syndrom die individuelle Eignung und ihre Fähigkeiten stehen. Bei geringer Ausprägung der Tics bestehen i.d.R. keine Einschränkungen bei der Berufswahl. Bei starken Tics kann es trotz Eignung schwierig sein, eine Tätigkeit mit viel Publikumsverkehr auszuüben. Da Stress Tics verstärken können, ist es wichtig, sich mit dem Beruf und den Kollegen wohl zu fühlen.


Führerschein

Eine verkehrsmedizinische Begutachtung nach den Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (www.bast.de) kann ggf. von Behörden angefordert werden. Das Tourette Syndrom ist in den Begutachtungsleitlinien nicht aufgeführt und die Eingruppierung/Zuordnung zu einer anderen Erkrankung nicht zielführend.

Es wird empfohlen, während der Untersuchung auf die besonderen Aspekte des Tourette Syndroms einzugehen und aufzuklären.

Die meisten Tourette-Patienten können ihre Tics vorübergehend unterdrücken und sofern die Tics nicht schwer ausgeprägt sind, fein- und grobmotorische Bewegungen gezielt ausführen.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Menschen mit Tourette Syndrom häufiger an Unfällen beteiligt sind als andere Verkehrsteilnehmer.