Arztbesuch

Ärzte wollen immer ganz viel wissen und stellen deshalb viele Fragen. Damit dein Arzt herausfinden kann, wie er dir am besten helfen kann, ist es wichtig, auf seine Fragen vorbereitet zu sein.

Welche Tics hast du?

Viele Kinder können diese Frage nicht so einfach beantworten. Manche Tics sind für dich vielleicht auch schon ganz normal geworden, weil du sie schon lange hast und du dich daran gewöhnt hast. Manche Tics können dir auch super peinlich sein und dann möchtest du sie auch niemanden erzählen. Für den Arzt aber sind alle deine Tics wichtig, denn nur so kann er dich kennenlernen und helfen.

Wie geht es dir?

  • Der Arzt möchte wissen, ob du selbst etwas von den Tics bemerkst.
  • Er möchte wissen, wie schlimm die Tics für dich sind und wie sehr sie dich stören.
  • Er möchte wissen, wie andere Kinder darauf reagieren, wie sie mit deinen Tics umgehen.
  • Er möchte wissen, wie die Erzieherin oder dein Lehrer reagiert, wenn du ticcen musst.

All diese Fragen haben natürlich einen Sinn, sonst würde der Arzt dich das nicht fragen. Er möchte wissen, ob und wie du mit den Tics klar kommst. Wenn du zu sehr unter deinen Tics leidest, wenn niemand mehr mit dir spielen möchte, wenn man dich auslacht oder wegen der Tics ausgeschimpft wirst, dann kann der Arzt dir vielleicht helfen.

Wie könnte der Arzt dir helfen?

  • Der Arzt wird natürlich zuerst mal deinen Eltern erklären, dass du diese Bewegungen und Geräusche nicht absichtlich machst und auch nicht einfach damit aufhören kannst.
  • Er wird ihnen erklären, das du das weder tust, um beachtet zu werden, noch weil du nervös bist oder weil es dir schlecht geht.
  • Er wird deine Eltern bitten, mit deinem Lehrer zu sprechen. Wenn andere Kinder dich ärgern oder auslachen, wird er deinen Eltern Tipps geben, wie sie selbst oder der Lehrer mit diesen Kindern sprechen könnte.
  • Viele Ärzte bieten auch an, selbst mit dem Lehrer oder dem Erzieher zu sprechen, wenn es in der Schule oder im Kindergarten gar nicht klappen will.

Ganz wichtig ist es einfach, dass die Menschen um dich herum über deine Tics und das Tourette-Syndrom Bescheid wissen. Und ganz toll wäre es, wenn du selbst anderen Menschen die Tics auch erklären kannst.

Unter diesem Link haben wir dir aufgeschrieben, wie du das tun kannst. Wenn du noch andere Ideen oder Erfahrungen hast, kannst du uns das gerne mitteilen, schreibe einfach eine E-Mail.

Wenn du sehr unter deinen Tics leidest, wenn das für dich ganz, ganz schlimm ist, kann der Arzt dir auch ein Medikament geben.

Die Tics gehen durch ein Medikament nicht weg, aber wenn du ein bisschen Glück hast, werden sie schwächer.
Die Tabletten, die Du bekommst, helfen Erwachsenen bei anderen Krankheiten. Die Ärzte haben aber herausgefunden, dass einige Tabletten auch bei Kindern mit Tics helfen können.

Es kann aber auch sein, dass das erste Medikament dir nicht hilft, dann wird dir der Arzt nach einiger Zeit ein anderes Medikament verschreiben.

Der Arzt wird euch ein Rezept geben und euch sagen, wie du diese Tabletten einnehmen musst. Am Anfang ist die Menge sehr gering, in den folgenden Wochen wird die Menge ganz langsam erhöht. Das Medikament hilft leider auch nicht sofort, sondern es kann zwei Wochen oder länger dauern, bis du etwas von der Wirkung aud deine Tics merkst.

Das Medikament ist aber trotzdem in deinem Körper drin und jedes Medikament wirkt nicht nur da, wo es wirken soll, sondern kann auch andere Wirkungen haben.
Man nennt sie Nebenwirkungen.

Was sind einige mögliche Nebenwirkungen?

  • Du kannst davon sehr müde werden und zu nichts mehr Lust haben.
  • Du kannst davon sehr, sehr hungrig werden und nicht mehr spüren, wenn du satt bist. Also kann es sein das du immer weiter essen wirst, weil du denkst, du hast Hunger.
  • Es kann sein, dass du dir plötzlich nichts mehr merken kannst.
  • Es kann sein, dass dir dauernd übel wird.
  • Es kann sein, dass dir oft schwindelig wird.
  • Es kann sein, dsas du Kopfschmerzen bekommst.
  • Es kann sein, dass dir plötzlich immer langweilig ist und du keine Ideen mehr hast, was du tun könntest.
  • Es kann sein, dass du nicht mehr so schnell bist wie vorher, sondern in allem langsamer.
  • Es kann sein, dass du abends nicht mehr einschlafen kannst oder morgens nicht mehr richtig wach wirst.

Dein Arzt wird dich bei den nächsten Terminen immer wieder fragen, wie es dir geht, denn dann möchte er wissen, ob deine Tics mit den Tabletten weniger geworden sind oder ob sie weiter zu schlimm für dich sind.
Er möchte auch wissen, ob du Nebenwirkungen spürst und wie schlimm diese Nebenwirkungen für dich sind. Denn wenn die Nebenwirkungen für dich schlimmer sind als die Tics, wäre es ja dumm, diese Medizin weiter zu nehmen.

Die Blutabnahme

Wenn du Medikamente einnimmst, wird dein Arzt mindestens zwei Mal im Jahr dein Blut kontrollieren. Das ist natürlich nicht schön, aber sehr wichtig, denn dieses Medikament kann dein Blut krank werden lassen. und das sieht man nur, wenn das Blut regelmäßig untersucht wird.

Wenn du große Angst vor dem Blut abnehmen hast, dann frage den Arzt, ob er ein „ZAUBERPFLASTER“ für dich hat. Solch ein Pflaster wird vorher auf die Stelle, wo das Blut abgenommen werden soll, aufgeklebt und dadurch wird diese Stelle betäubt. Du spürst dann an dieser Stelle gar nichts mehr und so kann das Bluabnehmen auch nicht weh tun.

Das EKG

Wenn du regelmäßig Medikamente einnehmen musst, ist es wichtig, mindestens zwei Mal im Jahr ein sogenanntes EKG schreiben zu lassen.

Das EKG zeigt dem Arzt, ob dein Herz richtig arbeitet und wie es schlägt. Um das heraus zu finden, wird dich der Arzt bitten, dich auf die Liege zu legen. Dann werden Saugnäpfe auf deine Brust , an die Handgelenke und an die Fußknöcheln „geklebt“. An den Saugnäpfen befinden sich Kabel, die deinen Herzschlag an ein Gerät senden, dass alles aufzeichnet. Ein EKG tut absolut nicht weh.

Nun wünschen wir dir viel Erfolg beim nächsten Arztbesuch!

Viele Grüße Tim und Lilly