Dopaminerge Kandidatengene beim Tourette-Syndrom: Zusammenhang zwischen der Tic-Schwere und einem 3′ UTR Polymorphismus des Dopamin-Transporter-Gens

Es gibt verschiedene Hinweise für eine Beteiligung des Dopamin-Neurotransmitter-Systems im Falle des Tourette-Syndroms. Daher gelten genetische Analysen vor allem den dopaminergen Kandidaten-Genen.

In der vorliegenden Studie wurden 103 Tourette Syndrom-Patienten und deren Eltern in bezug auf unterschiedliche Dopamin-bezogene Polymorphismen charakterisiert. Dazu gehörten auch der 48 Basenpaare (bp) umfassende VNTR (variable number of tandem repeats )-Locus des Dopamin-D4-Rezeptor-Gens (DRD4), der VNTR-Locus des Dopamin-Transporter-Gens (40 bp) (DAT1, SLC6A3) und der Val158Met-Polymorphismus des Catechol-O-Methyltransferase (COMT)-Gens. Zusätzlich wurden eine 120 bp Duplikation und drei Einzelnukleotid-Polymorphismen (single nucleotide polymorphisms (SNPs)) in der Promotor-Region des DRD4Gens analysiert. Der DAT1 VNTR-Locus zeigte einen Zusammenhang mit dem Spitzenwert der Tic-Stärke, der mittels Yale Global Tic Severity Scala gemessen wurde. Patienten, die wenigstens eine Kopie des 9-Repeat-Allels aufweisen, zeigten eine signifikant stärkere Tic-Symptomatik als Individuen mit dem homozygoten 10/10-Genotyp (P =.002).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Allelfrequenzen zwischen Tourette Syndrom -Patienten und Kontrollen nicht unterschieden, dass jedoch der DAT1-Genotyp mit Unterschieden der Tic-Schwere innerhalb der Gruppe der Tourette Syndrom-betroffenen korrelierte.

Anmerkung d. Übers:
Für ADHD bedeutsam ist auch das Dopamin-Transporter-Gen (DAT) . Auf diesem Transporter Gen gibt es 480-bp Allele, die mit ADHS, Zwangsstörungen, Tourette-Syndrom und einer Störung des Sozialverhaltens in Verbindung gebracht werden.

Allele sind best. Abschnitte auf einem Gen, die paarweise eine bestimmte Funktion haben) Dieses 480-bp Allel ist wohl ein Risikofaktor für das Auftreten verschiedener psychischer Erkrankungen. In einer Studie wurde mithilfe der SPECT-Technik die Dopamin-Transporterdichte im Striatum gemessen. Sie war um etwa 70% bei ADHD – Erwachsenen erhöht. Eine erhöhte Transporterdichte führt zu einer geringeren Verfügbarkeit von Dopamin im synaptischen Spalt.

Quelle:
Vadaskert Child and Adolescent Psychiatric Clinic, Budapest, Hungary
Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet. 2007


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