Kopfschmerzen und psychopathologische Aspekte im Rahmen des Gilles de la Tourette Syndroms

Ein Vergleich zwischen pädiatrischen und erwachsenen Patienten

Bislang haben sich nur wenige Studien  mit dem Auftreten von Kopfschmerzen bei Patienten mit Gilles de la Tourette Syndrom (GTS) beschäftigt. Das Ziel der vorliegenden Studie war es daher das Auftreten und die Eigenschaften von Kopfschmerzen bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten mit GTS zu vergleichen sowie die Beziehung zwischen Kopfschmerzen, mit Tic-Schwere, psychiatrischen Komorbiditäten und Lebensqualität zu analysieren.

109 Kinder und Jugendliche mit GTS (Alter, 6-17 Jahre) wurden zwischen April und Dezember 2014 auf Kopfschmerzen hin untersucht. 25 dieser GTS-Patienten (23 %) zeigten Kopfschmerzen. Von diesen wurden 16 mit 18 zufällig ausgewählten GTS-Patienten ohne Kopfschmerzen mit Hilfe von Rating-Skalen und Fragebögen verglichen und zwar in Bezug auf ihre Tic-Schwere, psychiatrische Komorbiditäten (OCD, ADHD, Ängste und Depressionen) sowie Lebensqualität. 31 adulte GTS-Patienten, die zufällig aus einer Gruppe von 200 GTS-Patienten ausgewählt wurden, wurden ebenso auf Kopfschmerzen hin untersucht und unterzogen sich der gleichen klinischen Bewertung.

Es zeigte sich, dass erwachsene GTS-Patienten im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen häufiger an Kopfschmerzen litten (48.4% vs 23%, p < 0.05). Sie zeigten zudem eine größere Tic-Schwere, eine niedrigere Lebensqualität und häufiger Komorbiditäten: OCD (77.4% vs 52.9%), Ängste (77.4% vs 32.4%) und Depressionen (64.5% vs 26.5%). Kinder und Jugendliche mit GTS und Kopfschmerzen zeigten eine geringere Tic-Schwere und –Frequenz als solche ohne Kopfschmerzen.

Zusammenfassung: Erwachsene GTS-Patienten litten häufiger an Kopfschmerzen und zeigten im Vergleich zu jüngeren Patienten schwerere klinische Symptome. Zwischen Kindern und Jugendlichen wiesen die mit Kopfschmerzen eine geringere Schwere und Frequenz an Tics auf als die ohne Kopfschmerzen. Dies unterstützt die These, dass bei jungen GTS-Patienten Kopfschmerzen und Tics als unterschiedliche Phänotypen eines gemeinsamen ätiopathogenen Mechanismus betrachtet werden können (d.h. psychosomatische Symptome eines verminderten Angst und Aggressions-Managements).

Quelle: J Headache Pain. 2015


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