Patientenzentrierte Versorgung von Menschen mit Tourette-Syndrom

Positionspapier des InteressenVerbandes Tic & Tourette Syndrom e.V. (IVTS) zu den Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes

Der InteressenVerband Tic & Tourette Syndrom e.V. (IVTS) hat ein neues Positionspapier zu den Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Versorgung von Menschen mit Tourette-Syndrom veröffentlicht.

Ausgangspunkt des Positionspapiers ist die Frage, welche Folgen die geänderten Rahmenbedingungen für Patientinnen und Patienten haben können, die nach einem oft langjährigen Therapieverlauf auf eine individuell wirksame Behandlung angewiesen sind.

Als Selbsthilfeverband vertritt der IVTS keine bestimmte Therapieform. Unser Anliegen ist eine patientenzentrierte Versorgung, die sich an der medizinischen Evidenz, der ärztlichen Therapiefreiheit und den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen orientiert. Gerade bei einer komplexen neurologischen Erkrankung wie dem Tourette-Syndrom gibt es keine Standardtherapie, die für alle Menschen gleichermaßen geeignet ist.

Für einen Teil der Betroffenen können cannabinoidhaltige Arzneimittel nach Ausschöpfung etablierter Therapieoptionen Bestandteil einer individuell erfolgreichen Behandlung sein. Vor diesem Hintergrund weist der IVTS darauf hin, dass pauschale Änderungen der Erstattungsfähigkeit Auswirkungen auf die Versorgungskontinuität haben können.

Im Positionspapier spricht sich der IVTS unter anderem dafür aus,

  • individuelle ärztliche Therapieentscheidungen zu ermöglichen,
  • die Auswirkungen der gesetzlichen Neuregelung wissenschaftlich zu evaluieren,
  • die Erfahrungen der Betroffenen stärker in gesundheitspolitische Entscheidungen einzubeziehen und
  • für bereits erfolgreich behandelte Patientinnen und Patienten einen angemessenen Bestandsschutz sicherzustellen.

Das Positionspapier versteht sich als konstruktiver Beitrag zur gesundheitspolitischen Diskussion. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Arzneimittel, sondern die Frage, wie Menschen mit Tourette-Syndrom auch künftig eine bedarfsgerechte, sichere und patientenzentrierte Versorgung erhalten können.

Das vollständige Positionspapier steht ab sofort als PDF zum Download bereit.

Weitere hilfreiche Tipps vom Bund deutscher Cannabis-Patienten e. V.