Premiere des Dokumentarfilms: TICS – Mit Tourette nach Lappland

Tourette in LapplandDie Premiere des Dokumentarfilmes „TICS – Mit Tourette nach Lappland“ findet anlässlich der 63. Nordischen Filmtage in Lübeck statt.

Termin: 07. November um 16:15 im CineStar 7

Daniel, Marika und Leo haben Tourette. Und sie haben genug von der Stigmatisierung durch die Gesellschaft und von erfolglosen Therapieversuchen. Auf ihrer Reise an den nördlichsten Rand Europas suchen sie nach dem Ort, an dem sie einfach sie selbst sein dürfen.

Tickets und weitere Informationen: TICS – Mit Tourette nach Lappland

Inhalt
Daniel, Marika und Leo machen sich auf die Reise, um ihr Tourette zu erforschen.
Die drei begeben sich auf Anraten des Neurologen Prof. Dr. Alexander Münchau zunächst zu verschiedenen Tourette-Forschungszentren in Frankreich und Deutschland. Sie befragen Ärzte und Therapeuten zu aktuellen Behandlungsformen und konfrontieren sie mit ganz persönlichen Erfahrungen durch fehlgeleitete Therapien. Auf einem Road-Trip führt ihre Reise sie zusammen mit Prof. Dr. Münchau und dem Psychiater Dr. Daniel Alvarez-Fischer bis in die Inari-Region im Norden Finnlands.

In der Weite der finnischen Wald- und Seenlandschaft können sie frei ticcen, ohne gesellschaftlichem Druck, Argwohn oder gar Sanktionen ausgesetzt zu sein. Sie machen Bekanntschaft mit den Sami und deren Sicht auf das Leben und deren schamanischen Ritualen. Und sie probieren eine neue Behandlungsform aus: Die meta-kognitive Therapie, in der die bewusste Lenkung der eigenen Aufmerksamkeit eine zentrale Rolle spielt. Neue Erfahrungen und Erkenntnisse lassen das Stigma der Tics immer mehr in den Hintergrund rücken. Die Chance auf einen selbstbestimmten Umgang der Protagonisten mit ihrem Tourette scheint mit jedem Tag in Lappland zu wachsen.

Drehbuch und Regie Thomas Oswald:

Mitte 2016 lernte ich durch meinen Kollegen Hans-Jörg Kapp Prof. Dr. Alexander Münchau kennen. Ich hatte schon von Hans-Jörg Kapps und Alexander Münchaus gemeinsamen Theaterprojekten mit Tourette-Betroffenen gehört und erfuhr nun mehr über Prof. Dr. Münchaus Arbeit und Forschung zum Tourette-Syndrom. Ich war schnell fasziniert von dieser Krankheit, die Menschen zu ungewollten Aktionen, Handlungen und Lauten zwingt. Nur eine kleine Veränderung im Gehirn hat so dramatische Auswirkungen.

Neben den Ursachen dieser Krankheit interessierte mich vor allem auch der Umgang unserer Gesellschaft mit diesen doch auf eine gewisse Art devianten Menschen, die nicht in die Norm passen und insbesondere auch der therapeutische Ansatz von Prof. Dr. Alexander Münchau. Marika, Daniel und Leo müssen sich mit starken Einschränkungen arrangieren und haben teils fragwürdige Therapien hinter sich. Alle drei sind in gewisser Weise Außenseiter in unserer Gesellschaft. Aber sie sind auch sehr sensible, kluge und besonders aufmerksame Menschen, von denen wir viel über uns selbst und ganz alltägliche Vorurteile lernen können.


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