Tipps für betroffene Kinder mit Tourette Syndrom

Hallo Kinder und Eltern!Lilly und Tim

Ich bin Lilly und ich möchte Euch vom Tourette Syndrom und meinen Cousin Tim erzählen. Da gibt es einiges, was ich gerne aufschreiben möchte, aber immer der Reihe nach. Nebenher habe ich ja noch manchmal was für die Schule zu erledigen.

Mein Cousin Tim hat also das Tourette Syndrom. Ein komisches Wort und wenn ich Tim nicht kennen würde, dann wüsste ich vielleicht gar nicht, was das ist. Tim macht manchmal komische Grimassen und manchmal auch Geräusche. Er macht das nicht, weil er es lustig findet, er will das selber auch gar nicht machen.

Tim ist eigentlich ganz cool und meistens sehe ich gar nicht mehr, was er wegen dem Tourette-Syndrom da machen muss. Das hat ja eigentlich auch nichts mit ihm zu tun, mit den Sachen, die er wirklich machen will. Früher war Tim sehr traurig. Er dachte, niemand versteht ihn und niemand mag ihn mehr. Manchmal wurde er auch von anderen Kindern ausgelacht, die nicht wissen, was das ist.

„Tics“ werden die Geräusche und Bewegungen genannt, die Tim machen muss. Und manchmal sieht das schon ein bisschen merkwürdig aus. Manchmal fuchtelte er mit den Händen in der Gegend rum. Als wollte er eine Fliege verjagen. Und dann macht er Grimassen. Mal zieht der die Nase hoch oder zwitschert wie ein Vogel. Und manchmal muss er auch schlimme Wörter rufen oder laut „Ah“ brüllen. Das klingt irgendwie komisch, aber ihr könnt Euch vorstellen, dass Tim das gar nicht lustig findet.

Am Anfang habe ich mich manchmal richtig erschrocken, wenn Tim plötzlich etwas schreiben musste. Manche Leute dachten auch,  er wäre nicht ganz richtig im Kopf. Und dann wollten die Lehrer das verbieten. Weil es ja stört und man sowas nicht tut. Ich habe mir auch manchmal gedacht: „Warum hört er nicht einfach damit auf?“ Das sieht ja doof aus. Es bringt nichts, außer vielleicht Ärger.

Und dann habe ich ihn gefragt warum er nicht damit aufhören kann. Dann erklärte er mir, was das Tourette-Syndrom eigentlich ist. Er meinte: „Ich würde ja sofort aufhören und will das ja auch gar nicht tun. Das kommt einfach so und ich kann nichts dagegen machen. So wie wenn du niesen musst. Das passiert eben.

Tim kann die Tics manchmal für eine kurze Zeit anhalten. Er meint, das ist so, wie wenn ich versuche, die Luft anzuhalten. Eine Zeit lang geht das, aber eben nicht dauernd.

Tim hatte mir auch von seinen Arztbesuchen erzählt. Das ging vier Jahre, bis man so richtig wusste, was das ist. Erstmal war er mit seinen Eltern beim Augenarzt. Weil er so viel mit den Augen blinzeln musste. Dann ging es zum Hals-Nasen-Ohren Arzt. Wegen dem Husten und Räuspern. Und sie waren auch beim Kinder- und Jugendpsychiater.

Inzwischen war Tim mit seinen Eltern bei einem Arzt, der ihnen erklären konnte, was das Tourette-Syndrom ist. Es gibt Kinder, die das haben und ganz unauffällig sind. Andere haben ganz viele Tics. So wie der eine einen leichten Schnupfen hat und der andere eine starke Grippe.

Als ich das gehört hatte, dachte ich, Tim wäre richtig krank. Aber eigentlich ist er ganz normal. Wenn wir miteinander spielen, sehe und höre ich die Tics gar nicht mehr. Er hat immer tolle Ideen und es macht viel Spaß, wenn wir zusammen was unternehmen.

Auf den nächsten Seiten möchte ich Euch erklären was das Tourette Syndrom ist. Man kann damit ein ziemlich normales Leben führen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen.

Eure Lilly

Foto: © WavebreakmediaMicro – Fotolia.com

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