Tourette Syndrom: Der Besuch beim Arzt

Wegen Tics zum Arzt gehen. Da gibt es viele Fragen zu beantworten. Weil der Arzt herausfinden möchte, wie er am besten helfen kann. Wenn du gut vorbereitet bis, dann geht das ganz einfach.

Welche Tics hast du?

Die Frage ist gar nicht immer so schnell zu beantworten. Vielleicht hast du dich an einige Tics schon gewöhnt? Dann denkst du da gar nicht mehr so viel darüber nach. Vielleicht gibt es auch Tics, die so peinlich sind, dass du lieber nicht darüber sprechen möchtest? Je mehr du dem Arzt aber erzählen kannst, desto besser kann er dir helfen.

Wie geht es dir?

Der Arzt interessiert sich dafür, ob du selbst etwas von den Tics bemerkst. Wie schlimm sind die Tics für dich? Stören sie dich? Wie gehen andere Kinder mit deinen Tics um? Wie reagieren Lehrer oder Erzieher auf deine Tics?

Der Arzt interessiert sich dafür, wie du mit deinen Tics klarkommst. Er hat immer einen Grund, warum er solche Fragen stellt. Es geht darum, dir zu helfen. Vielleicht leidest du unter den Tics? Vielleicht hast du Freunde verloren oder du wirst wegen der Tics ausgeschimpft? Gut, wenn der Arzt das alles weiß.

Wie kann dir der Arzt helfen?

Der Arzt wird deinen Eltern erklären, dass du die Geräusche und Bewegungen nicht absichtlich machst. Und dass du nicht einfach so damit aufhören kannst. Gut, wenn das deine Eltern wissen. Beim Tourette Syndrom machst du das auch nicht, um beachtet zu werden oder weil es dir schlecht geht. Er wird euch bestimmt auch empfehlen, mit dem Lehrer zu sprechen. Damit dich niemand in der Schule wegen der Tics auslacht. Manchmal geht der Arzt auch direkt zum Lehrer, wenn ihr das möchtet.

Bekomme ich Medikamente?

Manchmal kann ein Medikament auch dabei helfen, dass die Tics etwas weniger werden. Die Tics gehen aber wahrscheinlich nicht ganz weg durch Medikamente. Zunächst muss du für ein paar Wochen ausprobieren, ob es mit dem Medikament besser wird. Beobachte genau, ob deine Tics weniger werden. Wenn ein Medikament nicht hilft, dann könnt ihr ein anderes ausprobieren.

Der Arzt wird ein Rezept schreiben, auf dem steht, wie viele Tabletten du nehmen musst. Manchmal fängt das mit einer Tablette am Tag an und dann wird es schrittweise etwas mehr. Es vergehen oft zwei Wochen oder mehr, bis du wirklich eine Änderung spürst.

Gibt es auch Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen kann es bei Medikamenten fast immer geben. Das können sein:

  • Du wirst müde und hast wenig Lust, etwas zu unternehmen.
  • Du wirst sehr hungrig und bemerkst nicht mehr, wenn Du satt bist.
  • Vielleicht wirst du auch ein bisschen vergesslich.
  • Es kann passieren, dass dir schlecht oder schwindelig wird.
  • Du kannst Kopfschmerzen bekommen.
  • Vielleicht wirst du auch ein bisschen langsamer.
  • Oder du kannst am Abend nicht mehr so gut einschlafen. Vielleicht hast du auch Probleme, am nächsten Morgen aufzustehen.

Aber vielleicht hast du auch Glück und spürst keine dieser Nebenwirkungen.

Und wieder zum Arzt…

Wenn du das Medikament eine Zeit lang eingenommen hast, dann steht auch bald schon wieder ein Arztbesuch an. Der Doktor möchte schließlich wissen, ob das Medikament auch geholfen hat. Vielleicht sind die Tics etwas weniger geworden? Hat es Nebenwirkungen gegeben? Je mehr du dem Arzt erzählen kannst, desto besser kann er dir auch helfen.

Die Blutabnahme

Dein Arzt wird wohl auch mindestens zweimal im Jahr dein Blut kontrollieren, wenn du ein Medikament einnimmst. Denn dein Blut soll ja nicht krank werden. Wenn du das nicht gerne magst, kann manchmal auch ein Zauberpflaster helfen. Dann spürst du an der Stelle, wo das Blut abgenommen wird, nichts.

Das EKG

Dein Arzt muss auch regelmäßig überprüfen, ob dein Herz gut schlägt. Vor allem, wenn du Medikamente einnimmst, ist das wichtig. Dazu wirst du dich auf eine Liege legen. Dann werden Saugnäpfe an deine Handgelenke und an die Brust geklebt. Ein Gerät zeichnet dann deinen Herzschlag auf. Das tut nicht weh, du kannst dich dabei voll entspannen.

Und nun wünschen wir dir viel Erfolg beim nächsten Arztbesuch

Liebe Grüße von Lilly und Tim