Was sind Tics? Erklärung für betroffene Kinder.

Ärzte wissen, dass das Tourette-Syndrom mit Tics zusammenhängt. Aber bisher weiß noch niemand, warum Tim am Tourette Syndrom erkrankt ist und ich nicht. Deshalb kann man das Tourette Syndrom bisher auch noch nicht heilen.

Tourette geht nicht wieder weg. Jedenfalls nicht ganz. Wer es hat, wird es wahrscheinlich das ganze Leben lang haben. Manchmal wird es etwas schwächer, wenn jemand erwachsen wird. Manchmal fällt es dann auch gar nicht mehr auf.

NervenzelleDas Tourette Syndrom hat mit dem Gehirn zu tun. Da sind sich die Ärzte schon einig. Wir haben in unserem Kopf Milliarden von Nervenzellen, damit unser Gehirn funktioniert. Und auch für das Riechen, Spüren, Fühlen und Sehen. Die Nervenzellen sind mit Nervenbahnen miteinander verbunden. Wenn ich jetzt etwas sehe oder höre, dann wird das von der Nervenbahn an die Nervenzelle weiter transportiert. Dann kann ich schnell reagieren, auf alles, was ich so sehe oder höre.

Für das Weiterleiten der Signale auf den Nervenbahnen sind Botenstoffe zuständig. Wenn ich nun mit der Hand in eine Kerze lange, dann spüren die Nervenzellen meiner Hand, dass das heiß ist. Die Botenstoffe transportieren diese Information ins Gehirn. Und das Gehirn gibt dann über die Botenstoffe den Befehl „Zieh die Hand zurück!“ Das geht meistens so schnell, dass ich die Hand wegziehe, bevor sie mir verbrennt. In Bruchteilen von Sekunden.

Die Ärzte vermuten nun, dass für das Tourette Syndrom ein Botenstoff ganz besonders wichtig ist. Dieser heißt „Dopamin“.

Dopamin ist für die Muskelbewegungen in unserem Körper zuständig.

Also zum Beispiel für diese Bewegungen:

  • Blinzeln
  • Mundmuskeln, Sprechen oder Gähnen
  • Gehen, oder Springen

Dopamin hat auch mit unserer Wahrnehmung zu tun. Eigentlich nehmen wir immer etwas wahr. Sogar wenn wir schlafen, dann vielleicht etwas weniger.

Wahrnehmen kann also bedeuten:

  • Sehen
  • Hören
  • Fühlen
  • Riechen

Wir nehmen so viel wahr, dass uns gar nicht immer alles bewusst ist. Würden wir alles gleichzeitig wahrnehmen, dann hätten wir ein ziemliches Chaos in unserem Kopf. Das würde uns nervös machen. Auch wenn wir kein Tourette haben. Und wir könnten gar nicht mehr unterscheiden, was nun wichtig ist und was nicht.

Wie wirkt das Dopamin beim Tourette-Syndrom?

Mein Cousin schneidet Grimassen, zwinkert mit den Augen und verdreht seine Schultern. Er reibt sich viel die Augen und die Nase und muss mit den Füßen trappeln. Und dann tippt er auch oft andere Menschen oder irgendwelche Gegenstände an. Er macht komische Geräusche, er schnieft und hustet, er grunzt oder zwitschert wie ein Vögelchen. Manchmal muss er auch bellen oder fluchen.

Tim kann nichts dagegen tun. Diese Bewegungen und Geräusche macht er, obwohl er das gar nicht möchte. Die Ärzte vermuten nun, dass dies mit dem Dopamin zu tun hat. Es kann sein, dass Tim zu viel Dopamin im Körper hat. Und wenn es dem Dopamin langweilig wird, dann fängt es eben an Blödsinn zu machen. So könnt Ihr Euch das ungefähr vorstellen.

Es gibt auch Ärzte, die der Meinung sind, die Nervenzellen von Menschen mit Tourette können das Dopamin nicht richtig verarbeiten. Dann werden Informationen weggeschickt, ohne dass es hierfür einen Grund gibt. Und schon macht Tim eine seiner Bewegungen. So wie ich meine Hand wegziehe, wenn ich in die Kerze lange. Nur dass Tim auch so reagiert, ohne dass er in die Kerze langt.

Was ich Euch damit sagen möchte: Tim kann für seine Bewegungen und Geräusche nichts. Das kommt vom Dopamin in seinem Gehirn und den Befehlen, das zu tun. Er kann nichts dagegen tun.

Habt Ihr Fragen, dann schreibt mir doch einfach.

Eure Lilly

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